Aortenklappenersatz

Wann ist eine neue Herzklappe notwendig?

Ein Aortenklappenersatz ist notwendig, wenn Sie an einer schweren Aortenstenose  leiden. Diese liegt vor, wenn Ihre Herzklappe stark verkalkt ist. Bleibt sie unentdeckt oder wird nicht rechtzeitig behandelt, ist dies mit einem hohen Gesundheitsrisiko verbunden. Die Folgen sind häufig:

·         Herzmuskelschwäche

·         Lungenhochdruck

·         Herzinfarkt oder

·         plötzlicher Tod

Im Durchschnitt endet eine unbehandelte, schwere Aortenstenose bei der Hälfte der Patienten innerhalb von ein bis zwei Jahren nach Einsetzen der Symptome tödlich.

Nach der Diagnose

Wurde bei Ihnen eine Aortenstenose festgestellt, sollten Sie mit Ihrem Arzt die nächsten Schritte besprechen. Bei einer hochgradigen Verkalkung Ihrer Herzklappe ist ein Aortenklappenersatz notwendig. Dabei wird Ihre vorhandene Aortenklappe durch eine künstliche Herzklappe ersetzt.

Heutzutage gehören Herzklappen-Operationen zu den Standardbehandlungen bei hochgradiger Verkalkung der Aortenklappe. Je nach Schweregrad kann Ihnen der Arzt dazu raten, sich einer Operation zu unterziehen, um die Herzklappe zu reparieren oder eine neue Herzklappe einzusetzen.

Ein Aortenklappenersatz muss nicht mit einer großen Operation verbunden sein. Wenn Sie eine neue Herzklappe benötigen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein interdisziplinäres Team bestehend aus einem Kardiologen, einem Herzchirurgen und einem Anästhesisten wird individuell entscheiden, welche Methode für Sie geeignet ist. Eine Übersicht der Kliniken an die Sie sich bei einem bevorstehenden Herzklappenersatz wenden können, finden Sie hier.

Behandlungsmöglichkeiten bei einem Aortenklappenersatz

Zwei Behandlungsmöglichkeiten für Aortenklappenersatz

Behandlungsmöglichkeiten des Aortenklappenersatzes

Es gibt zwei Methoden, eine verkalkte Aortenklappe durch eine neue Herzklappe zu ersetzen:

1)      den operativen Aortenklappenersatz  (AKE), eine OP am offenen Herzen

2)      die Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI ), Einsatz der neuen Herzklappe durch einen Katheter

Welches Verfahren und welche Herzklappe für Sie am besten geeignet ist, hängt dabei ganz von Ihrem Gesundheitszustand und Ihrem Alter ab. Bei der Operation der neuen Herzklappe kann sowohl eine mechanische Klappe als auch eine biologische Klappe eingesetzt werden.

Der TAVI-Eingriff ist nur mit biologischen Herzklappen möglich, während bei einer OP auch eine mechanische Herzklappe implantiert werden kann.

OP oder TAVI?

Die Entscheidung, welche Behandlungsmethode für Sie die vielversprechendere ist, erfolgt individuell. Dabei müssen viele verschiedene Faktoren wie z.B. das Alter und bestimmte Vorerkrankungen berücksichtigt werden. Ein erfahrenes, interdisziplinäres Herz-Team, bestehend aus Kardiologen, Herzchirurgen und Anästhesisten, wird Ihren Gesundheitszustand zunächst einschätzen.

Für den Aortenklappenersatz wird das Herz-Team bei Ihnen umfassende körperliche Untersuchungen durchführen. Dazu gehören auch die Auswertung einer Reihe von Bluttests, bildgebende Testverfahren oder weitergehende Untersuchungen.

Falls die Ärzte zu dem Ergebnis kommen, dass der operative Herzklappenersatz nicht möglich oder mit einem zu hohen Risiko verbunden ist, wird das katheterbasierte TAVI -Verfahren in Betracht gezogen. Ihre Ärzte werden die für Sie am besten geeignete Methode eingehend mit Ihnen besprechen und Sie umfassend darüber aufklären. Selbstverständlich werden auch Sie in die Entscheidung einbezogen.

Der Einsatz einer neuen Herzklappe

Mechanische und biologische Herzklappen

Die Behandlung von Herzklappenerkrankungen hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Die künstlichen Herzklappen und ihre Haltbarkeit wurden laufend verbessert. Heute kommen sowohl mechanische als auch biologische Herzklappen zum Einsatz und übernehmen die Funktion der erkrankten Herzklappe.

Die mechanische Herzklappe

Eine mechanische Herzklappe

 

Mechanische Herzklappen bestehen aus widerstandsfähigen Hightech-Materialien wie Kohlenstoff oder Titan. Häufig werden Kippscheibenprothesen und Doppelflügelklappen verwendet, deren großer Vorteil ihre praktisch unbegrenzte Haltbarkeit ist. Zu beachten ist jedoch, dass Patienten, denen eine mechanische Herzklappe eingesetzt wird, lebenslang blutverdünnende Medikamente zur Verhinderung von Blutgerinnseln einnehmen müssen.

Die biologische Herzklappe

Heute werden überwiegend Klappen eingesetzt, die aus tierischem Gewebe (Rind oder Schwein) hergestellt werden. Dieses wird – ähnlich dem Gerbvorgang – im Vorfeld chemisch gereinigt. Dadurch wird verhindert, dass der Körper es später abstößt.

Eine biologische Herzklappe

Im Vergleich zur mechanischen Herzklappe haben biologische Klappen nur eine begrenzte Haltbarkeit. Einige Modelle können jedoch eine Lebensdauer von 20 Jahren erreichen, bevor sie ersetzt werden müssen: Die Haltbarkeit einer Herzklappe hängt letztendlich auch von den Begleiterkrankungen des Patienten ab.

Durch technische Weiterentwicklungen könnte sich ihre Haltbarkeit in Zukunft aber weiter verlängern. Der Vorteil von biologischen Klappen gegenüber mechanischen Klappen besteht darin, dass Patienten mit biologischen Klappen nicht lebenslang gerinnungshemmende Medikamente einnehmen müssen. Das ist der Grund, warum biologische Klappen heute ca. 90% der in Deutschland eingesetzten Herzklappen ausmachen.

Eine unbehandelte Aortenstenose kann Ihre Lebensqualität und Ihre Lebenserwartung stark einschränken. Hier erfahren Sie mehr über die Erkrankung und ihre Symptome.

Erkrankung und Symptome

Viele Patienten bekommen eine neue Herzklappe mit dem minimalinvasiven TAVI-Verfahren eingesetzt. Hier finden Sie alle Infos zum Ablauf der Behandlung.

TAVI-Verfahren