Herzklappen-OP

Wem sie hilft und was Patienten erwartet

Auf dieser Seite erfahren Sie, für welche Patienten eine Herzklappen-OP bei einer Aortenklappenstenose in Frage kommt, an welche Ärzte Sie sich wenden können und was nach der OP in der Reha zu beachten ist.

Wie kann eine Aortenklappenstenose behandelt werden?

Die Herzklappen-OP, auch chirurgischer Herzklappenersatz genannt, wird seit fast 60 Jahren  äußerst erfolgreich angewandt. Jedes Jahr werden weltweit mehr als 250.000 Herzklappenoperationen durchgeführt. Eine Operation am offenen Herzen wird für Patienten im Erwachsenenalter empfohlen, die keine anderen schweren Erkrankungen haben.

Eine Herzklappen-OP kann den Krankheitsverlauf und die Prognose der Patienten enorm verbessern: Die Lebenserwartung kann wieder auf ein dem Alter entsprechendes Level steigen. Auch profitieren die Betroffenen von einer deutlich höheren Lebensqualität.

Wie läuft die Herzklappen-OP ab?

Bei der Herzklappen OP (chirurgischer Aortenklappenersatz) wird unter Vollnarkose der Brustkorb durch einen Schnitt ins Brustbein geöffnet. So bekommt der Chirurg einen direkten Zugang zum Herzen. Oftmals kann der Schnitt sogar auf fünf bis sechs Zentimeter reduziert werden.

Der Chirurg schließt Ihr Herz an die Herz-Lungen-Maschine an, da es während des Eingriffs stillstehen muss. Sobald die Herz-Lungen-Maschine die Funktion des Herzens und der Lungen zur Aufrechterhaltung des Blutkreislaufs im Körper übernommen hat, können die Chirurgen Ihre defekte Aortenklappe entfernen. An ihrer Stelle wird nun die Herzklappenprothese eingenäht. Hierbei kann es sich entweder um eine mechanische oder um eine biologische Klappe handeln.

Nach zwei bis drei Stunden ist die Operation in der Regel abgeschlossen und Ihr Herz schlägt wieder selbstständig. Über einen Ultraschall wird nach dem Eingriff geprüft, ob die künstliche Klappe richtig schließt.

Reha nach der Herzklappen-OP

Nach einer Herzklappen-OP durchlaufen Patienten eine Reihe von Stationen: Von der Intensiv- auf die Normalstation und dann in die Reha-Behandlung.

Krankenhausaufenthalt

Direkt nach der Herzklappenoperation werden Patienten zunächst für ein paar Tage auf der Intensivstation betreut. Die meisten Patienten können das Krankenhaus nach ca. zwei Wochen verlassen.

Reha nach Herzklappenersatz

Nach einer Herzklappenoperation muss sich der Körper über längere Zeit erholen. Das Brustbein, das während der OP geöffnet werden muss, braucht beispielsweise mehrere Monate, um wieder komplett zu heilen. Der eigene Weg hin zur Genesung ist für jeden Patienten individuell. Hilfestellungen gibt es in der Reha. Die Reha nach der Herzklappen-OP dauert in der Regel drei bis vier Wochen.

Die Zeit in der Reha und auch die Genesungszeit, bis Patienten sich wieder hundert Prozent fit und „normal“ fühlen, hängt nicht zuletzt von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Je mehr Vorerkrankungen, desto länger kann die Erholungszeit nach einer Herzklappen-OP dauern. Die gute Nachricht: Das Herz hat durch die neue Herzklappe die optimalen Voraussetzungen, um wieder ganz normal zu arbeiten.

Wie finde ich eine Rehaklinik

Informationen zur richtigen Rehaklinik kann Ihnen der Arzt geben. Eine Liste mit Rehakliniken in ganz Deutschland finden Sie hier.

Medikamente nach Herzklappen-OP

Nach  einer Herzklappen-OP wird Ihr Arzt Ihnen genau erklären, welche Medikamente einzunehmen sind. Die Empfehlungen können von Patient zu Patient variieren. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass Patienten nach ihrer Herzklappen-OP bestimmte Medikamente einnehmen müssen:

  1. Endokarditis-Prophylaxe Für Patienten mit einer künstlichen Herzklappe besteht die Gefahr einer Herzinnenhaut- oder Herzklappenentzündung, einer sogenannten Endokarditis. Patienten mit einem Herzklappenimplantat sollten daher im Vorfeld eines operativen Eingriffs Rücksprache mit ihrem Arzt halten. Dieser wird ggf. empfehlen, kurzzeitig Antibiotika einzunehmen.
  2. Gerinnungshemmer  Bei einer Herzklappen-OP kann entweder eine mechanische Klappe oder eine biologische Klappe aus Tiergewebe eingesetzt werden. Insbesondere für Patienten mit einer mechanischen Klappe besteht danach ein Risiko, dass sich an der Klappe Blutgerinnsel bilden, die im schlimmsten Fall einen Schlaganfall auslösen können. Doch man kann vorbeugen: Mit sogenannten Gerinnungshemmern. Viele Patienten mit einer mechanischen Herzklappe müssen nach der Herzklappen-OP lebenslang Gerinnungshemmer einnehmen.

Bei der Einnahme von Gerinnungshemmern gibt es einige Regeln zu beachten, zum Beispiel was Wechselwirkungen mit Lebensmitteln oder Medikamenten anbelangt. Ihr Arzt kann Ihnen hierzu ausführlich Auskunft geben.

Mögliche Komplikationen nach einer Herzklappen-OP

Eine starke Verkalkung und Verengung der Aortenklappe sollte in jedem Fall behandelt werden. Die  Herzklappenoperation ist seit über einem halben Jahrhundert ein bewährtes Mittel für den Aortenklappenersatz . Sie ist heutzutage mit sehr geringen Komplikationsraten verbunden.

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff bleibt jedoch ein Restrisiko für bestimmte Komplikationen. Ihr Arzt wird Sie über mögliche Komplikationen aufklären.

Vorhofflimmern

Eine mögliche Komplikation nach einer Herzklappen-OP sind Herzrhythmusstörungen wie das sogenannte Vorhofflimmern. Dabei ziehen sich die Vorhöfe im Herzen nicht mehr rhythmisch zusammen, sie „flimmern“. Vorhofflimmern ist nicht mit dem gefährlichen Kammerflimmern zu verwechseln und kann durch spezielle Medikamente behandelt werden.

Blutungen

Nach  einer Herzklappen-OP bekommen viele Patienten gerinnungshemmende Medikamente, um einer Bildung von Blutgerinnseln vorzubeugen. Gerinnungshemmer können das Risiko von Blutungen erhöhen. Der Arzt wird daher Ihre Therapie engmaschig überwachen.

Schlaganfall

In seltenen Fällen kann es zu Blutungsstörungen im Gehirn kommen. Schlimmstenfalls können sie mit einem Schlaganfall verbunden sein. Während und nach der OP werden Patienten daher sehr genau überwacht und erhalten Gerinnungshemmer zur Prävention.

Vorübergehende psychologische Komplikationen

Unter den Herzklappenoperationen ist es insbesondere der Aortenklappenersatz, der bei älteren Patienten durchgeführt wird. Gerade Senioren sorgen sich oft, dass sie nach einer Operation „nicht mehr ganz die Alten“ sind. Meistens erholt sich jedoch auch die Psyche wieder vollständig und spätestens nach wenigen Wochen bemerken Patienten, dass sie sich besser fühlen.

Infektionen

Nach einer Operation am offenen Herzen können Wundinfektionen, aber auch respiratorische Infektionen (Infektionen der Atemwege) auftreten.

Herz-Lungen-Maschine und Niereninsuffizienz

Die Herz-Lungen-Maschine übernimmt die Aufgaben von Herz und Lunge und versorgt während der Operation die Organe mit sauerstoffreichem Blut. Auch bei einem Betrieb von mehreren Stunden kann die Herz-Lungen-Maschine den Blutkreislauf aufrechterhalten. Gelegentliche Komplikationen beim Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine sind z.B. eine erhöhte Neigung zu Blutungen oder Niereninsuffizienz.

Herzschrittmacher

In wenigen Fällen treten während oder nach dem Eingriff Herzrhythmusstörungen auf. Dann kann es sich empfehlen, vorübergehend oder auch dauerhaft einen Herzschrittmacher einzusetzen.

Insgesamt überwiegen die Vorteile der Operation die genannten Risiken bei Weitem. Nicht ohne Grund ist die Herzklappen-OP heute noch in vielen Fällen das Mittel der Wahl, zum Beispiel bei der Behandlung einer Aortenklappenstenose. Besprechen Sie Ihre Bedenken immer mit Ihrem behandelnden Arzt.

Kliniksuche

In unserer Kliniksuche finden Sie Krankenhäuser, die Herzklappen-OPs und TAVI anbieten.

Kliniksuche
Katheterbasierte Herzklappenimplantation (TAVI)

Neben einer Herzklappen-OP kann eine Aortenklappenstenose auch durch die minimalinvasive TAVI-Methode ersetzt werden. Hier finden Sie alle Infos.

TAVI