Wissenswertes zur Aortenklappenstenose

Sie sind auf der Suche nach weiteren Informationen rund um das Thema Aortenklappenstenose? Bei Ihnen oder einem Angehörigen wurde eine Aortenstenose festgestellt? Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen. Experten geben Tipps für den Alltag mit einer künstlichen Herzklappe. Medizinische Begriffe rund um das Thema Aortenstenose werden in einem Glossar einfach erklärt. Weiterführende Links und Lesetipps zeigen Ihnen, wo Sie sich ebenfalls noch informieren können.

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Aortenstenose

An dieser Stelle möchten wir Ihnen häufig gestellte Fragen beantworten. Bitte beachten Sie, dass diese Informationen kein Arzt-Patienten-Gespräch ersetzen können.

Laut Schätzungen könnten bis zu 1,4 Prozent der 65- bis 74-Jährigen, zwischen 2,8 und 4,6 Prozent der 75- bis 85-Jährigen und bis zu 10 Prozent der über 85-Jährigen an einer Aortenstenose leiden. Die Aortenstenose ist in Europa und Nordamerika die häufigste Herzklappenerkrankung. Nach Bluthochdruck und der Erkrankung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) ist sie die dritthäufigste Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems.

Beobachten Sie Ihre körperliche Leistungsfähigkeit: Fällt Ihnen zum Beispiel das Treppensteigen schwerer als früher? Sind Sie schneller müde oder kurzatmig – sogar bei kleineren Anstrengungen? Wird es Ihnen dabei schwindelig? Sind Sie vor Kurzem einmal in Ohnmacht gefallen? Machen Sie sich Notizen: Seit wann stellen Sie diese Anzeichen bei sich fest? Wie oft ist dies der Fall? Gehen Sie zum Arzt und klären Sie die Ursachen hierfür ab. Da eine Aortenklappenstenose aber auch lange Zeit ohne Symptome verlaufen kann, sollten Sie deshalb auch Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen.

Müdigkeit kann ein Anzeichen für Aortenstenose sein

Kein Medikament kann das Fortschreiten einer Aortenstenose umkehren oder verlangsamen, es können lediglich Symptome gemindert werden. Der Herzklappenersatz bleibt die einzige effektive Behandlung.

Eine Aortenstenose ist eine schwere, fortschreitende Erkrankung, die die Lebensqualität und Lebenserwartung stark einschränken kann. Statistiken zeigen, dass eine unbehandelte Aortenstenose in 50 Prozent der Fälle innerhalb von zwei Jahren nach Auftreten von Symptomen zum Tode führt. Suchen Sie deshalb das Gespräch mit Ihrem Arzt und lassen Sie sich über die Therapieoptionen informieren. Eine Aortenstenose kann heute sehr gut behandelt werden.

Mit einem Herzklappenersatz lassen sich die Symptome einer Aortenstenose sowohl kurz- als auch langfristig lindern. Für die Betroffenen bedeutet dies mehr Lebensqualität.

Ein Herzteam, das aus Ärzten verschiedener Fachrichtungen (einem Herzchirurgen, einem Kardiologen und einem Anästhesisten) besteht, wird sich unter Berücksichtigung Ihres Alters, Ihres Gesundheitszustandes und der bei Ihnen durchgeführten Untersuchungen für ein Verfahren aussprechen. In die Entscheidung, welche Methode für Sie am geeignetsten und sichersten ist, werden selbstverständlich auch Sie einbezogen. Fachärzte sowohl aus dem Bereich der Kardiologie als auch der Herzchirurgie werden Sie umfassend über die Durchführung und Auswirkungen der beiden Verfahren aufklären. Lassen Sie sich von den Experten alles genau erklären und stellen Sie alle Ihre Fragen.

Als medizinischer Standard zur Behandlung der Aortenstenose wird der chirurgische Herzklappenersatz (AKE) für alle Patienten empfohlen, die an einer symptomatischen Aortenstenose leiden. Nur Patienten, die wegen ihres Alters oder anderer schweren Erkrankungen ein zu hohes Operationsrisiko haben, wird ein TAVI-Verfahren empfohlen. Wenn bei einem Patienten eine Aortenstenose diagnostiziert wird, die allerdings noch ohne Symptome verläuft, kann der Kardiologe entscheiden, dass zu diesem Zeitpunkt eine Operation noch nicht notwendig ist.

Der chirurgische Aortenklappenersatz (AKE) hat sich seit Jahrzehnten bewährt und stellt heute den Goldstandard zur Behandlung einer Aortenklappenstenose dar. Durch den Eingriff verbessert sich die Prognose für den Patienten deutlich. Für viele ist die Operation mit der Aussicht auf weitere Jahre bei hoher Lebensqualität verbunden.

Der chirurgische Herzklappenersatz (AKE) zählt heute zum medizinischen Standard, die Operation gilt als sehr sicher. Die Lebensqualität der meisten Patienten bessert sich mit der künstlichen Herzklappe deutlich. Das Risiko, dass Komplikationen auftreten, kann jedoch nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Es ist allerdings sehr gering. Dies hängt unter anderem von der Schwere der Krankheit, möglichen Begleiterkrankungen und der gesamten körperlichen Verfassung des Patienten ab. Mögliche Komplikationen können zum Beispiel Rhythmusstörungen, eine Herzschwäche, Blutungen oder Blutgerinnungsstörungen sein. Besprechen Sie vor dem Eingriff Ihr individuelles Risiko mit Ihrem Arzt.

Nein. Bereits einige Stunden vor der Operation erhalten Sie ein beruhigendes Medikament. Der Eingriff selbst wird unter Vollnarkose durchgeführt. Während der gesamten Operation werden Sie von einem Narkosearzt betreut und über verschiedene Monitore sicher überwacht.

Eine Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) wird derzeit nur bei Patienten durchgeführt, für die eine Operation am offenen Herzen als zu riskant eingeschätzt wird. Mögliche Gründe für dieses Risiko sind zum Beispiel schwerwiegende Nebenerkrankungen der Lunge, des Herzens, der Niere oder ein aufgrund des Alters des Patienten schlechter Allgemeinzustand. Für diese Patienten ist TAVI in der Regel die einzige mögliche Behandlung.

Eine Transkatheter-Klappen-Implantation wird von einem sogenannten multidisziplinären Herzteam durchgeführt. Dieses Herzteam besteht aus Kardiologen, Herzchirurgen, Anästhesisten und Bildgebungsspezialisten, die speziell zur TAVI-Methode geschult und angeleitet wurden. Der Eingriff selbst erfolgt ausschließlich in zertifizierten TAVI-Zentren. Diese Zentren stellen durch ihre eingespielten Teams sowie den Einsatz von speziellen Geräten die hohe Qualität der Methode sicher.

Die erste Implantation einer Aortenklappenprothese mithilfe eines Katheters wurde 2002 in Frankreich durchgeführt. Seit 2007 kommt TAVI in Deutschland zum Einsatz.

In der großen Mehrzahl der Fälle wird der Eingriff ohne wesentliche Komplikationen durchgeführt. Wie der chirurgische Herzklappenersatz ist aber auch der Klappenersatz über den Katheter mit Risiken verbunden. Das Risiko hängt stark vom einzelnen Patienten ab, zum Beispiel seinem Alter, den Vorerkrankungen oder vorangegangenen Operationen. Komplikationen können zum Beispiel Leistenblutungen und Undichtigkeit zwischen der neuen Klappe und der Gefäßwand (sogenannte paravalvuläre Lecks) sein. Bisherige Studien und Erfahrungen haben aber gezeigt, dass sich die TAVI im Vergleich zur chirurgischen Methode als ebenbürtig erwiesen hat.

Mit der vergleichsweise jungen Methode „TAVI“ gibt es naturgemäß weniger Erfahrungen als mit der bereits seit Jahrzehnten erfolgreich durchgeführten Operation am offenen Herzen. 2014–2015 wurden allerdings erste Daten veröffentlicht, die Auskunft über die mittel- bis langfristigen Auswirkungen des neuen Verfahrens geben. So brachte TAVI für inoperable Patienten mit Aortenstenose einen deutlichen Gewinn an Lebenszeit gegenüber den Patienten, die nur mit Medikamenten behandelt wurden. Ebenso waren die 5-Jahres-Überlebensraten von TAVI-Patienten gleichwertig mit Patienten, die am offenen Herzen operiert wurden.

Bei einer Operation am offenen Herzen beträgt die Genesungszeit durch die im Anschluss notwendige Behandlung in einer Reha-Klinik durchschnittlich sechs bis acht Wochen. Bei einem TAVI-Eingriff geht man von einer Genesungszeit von circa zwei bis vier Wochen aus, wobei die Patienten in der Regel bereits nach wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen können.

Herzklappenpatient in der Reha

Die heutigen künstlichen Herzklappen ermöglichen es Ihnen, wieder aktiv am Leben teilzunehmen. Regelmäßige Bewegung und Ausdauersport, wie zum Beispiel Wandern, Radfahren oder Schwimmen, tun gut und steigern Ihre Leistungsfähigkeit. Ob Sie mit einer künstlichen Herzklappe Leistungssport weiterbetreiben können, sollten Sie allerdings mit Ihrem Kardiologen besprechen.

Eine künstliche Herzklappe schenkt neue Kraft

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Informationen zur Aortenstenose

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Meilensteine - 55 Jahre künstliche Herzklappe

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Porträt Dr. Albert Starr

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Glossar

Medizinische Begriffe einfach erklärt

Hauptschlagader. Sie leitet das Blut aus der linken Herzkammer in den Blutkreislauf.

Die Aortenklappe ist eine der vier Herzklappen. Sie liegt zwischen der linken Herzkammer und der Aorta und verhindert den Rückfluss des Blutes, wenn das Herz nach der Anspannung wieder erschlafft.

Wird auch als Aorteninsuffizienz bezeichnet. Andere Bezeichnung für Undichtigkeit der Aortenklappe. Wenn die Taschen der Herzklappe, in diesem Fall der Aortenklappe, nicht mehr vollständig schließen, wird die Klappe „undicht“, sodass Blut durch die Klappe von der Hauptschlagader zurück in die linke Herzkammer strömt.

Siehe Aortenklappeninsuffizienz

Die erkrankte körpereigene Aortenklappe wird durch eine künstliche Herzklappe – in seltenen Fällen auch durch die natürliche Herzklappe eines Spenders – ersetzt. Bei den meisten Patienten kommt der chirurgische Aortenklappenersatz (kurz: AKE) zum Einsatz. Für Hochrisikopatienten steht zudem ein minimalinvasives Verfahren, die Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (kurz: TAVI), zur Verfügung.

Wird auch als Aortenstenose bezeichnet. Sie ist eine Herzkrankheit, bei der die Herzklappe, die den Blutstrom von der linken Herzkammer zur Hauptschlagader regelt, verengt ist. Charakteristisch für diese Verengung (Stenose) sind Kalkablagerungen an den Herzklappentaschen, die dadurch immer unbeweglicher werden und sich nicht mehr ganz öffnen lassen. Die Aortenklappenstenose ist die häufigste erworbene Herzklappenerkrankung.

Siehe Aortenklappenstenose

Blutgefäße, die das Blut vom Herzen wegführen

Unter Auskultation ist das Abhören des Körpers durch den Arzt, in der Regel unter Zuhilfenahme des Stethoskops, zu verstehen. Bei einer Aortenklappenstenose sind die für eine Herzklappenstörung typischen Klappengeräusche zu hören.

Steht für Aortenklappenersatz. Hiermit ist der chirurgische Herzklappenersatz gemeint, bei dem die Herzklappe im Rahmen einer Operation am offenen Herzen ersetzt wird.

Dünner, flexibler Kunststoffschlauch, der in das verengte Blutgefäß eingeführt wird. An seiner Spitze ist ein Ballon befestigt, der mit hohem Druck aufgeblasen wird, sobald die verengte Stelle erreicht ist.

Herzklappenprothese, hergestellt aus Schweineherzklappen oder dem Herzbeutelgewebe von Rindern

Wird auch als operativer Herzklappenersatz bezeichnet. Bei den meisten Patienten wird die Herzklappe im Rahmen einer Operation am offenen Herzen ersetzt. Dieser chirurgische Herzklappenersatz (kurz: AKE hat sich über Jahrzehnte bewährt, ist sicher und effektiv.

Andere Bezeichnung für Kurzatmigkeit oder Atemnot

Ultraschalluntersuchung des Herzens. In der Regel werden heute Herzklappenfehler mit dieser Methode entdeckt.

Mit einem EKG wird die elektrische Aktivität des Herzens über Elektroden auf der Haut aufgezeichnet. So lässt sich der Herzrhythmus untersuchen. Bei einem Langzeit-EKG wird der Herzrhythmus über 24 Stunden lang aufgezeichnet, bei einem Ruhe-EKG erfolgt die Aufzeichnung im Ruhezustand, bei einem Belastungs-EKG unter körperlicher Anstrengung am Fahrradergometer.

Entzündung der Herzinnenhaut, meist infolge bakterieller Infektionen

Unser Herz besteht aus vier Kammern: Die oberen Kammern werden als linker und rechter Vorhof bezeichnet. Sie nehmen das Blut auf, das von den Venen kommt. Die beiden unteren Kammern, der linke und der rechte Ventrikel, pumpen das Blut in die Arterien.

Dünner, flexibler Kunststoffschlauch, der in Vene und Arterie eingeführt wird. Mit diesem Verfahren lassen sich die Funktion und der Zustand des Herzens, der Herzklappen und der Herzkranzgefäße (Koronararterien) näher bestimmen.

Verfahren, mit dem sich die Funktion und der Zustand des Herzens, der Herzklappen und der Herzkranzgefäße (Koronararterien) näher bestimmen lassen. Hierzu wird ein dünner, flexibler Kunststoffschlauch in Vene und Arterie eingeführt.

Das Herz hat vier Klappen: Mitralklappe, Trikuspidalklappe, Aortenklappe und Pulmonalklappe. Ihnen kommt im Herz-Kreislauf-System eine Schlüsselrolle zu: Wie Schleusen sorgen sie dafür, dass das Blut in der richtigen Richtung in das Herz hinein- und aus dem Herz herausfließt.

Bei einem Herzklappenersatz wird die erkrankte körpereigene Herzklappe durch eine künstliche Herzklappe ersetzt.

Herzklappenfehler können angeboren sein oder werden im Laufe des Lebens erworben, zum Beispiel als Folge einer Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis), von bakteriellen oder viralen Infektionen am Herzmuskel, Herzinfarkten oder bei älteren Menschen durch Verschleißerscheinungen. Die Aortenklappenstenose ist der häufigste erworbene Herzklappenfehler.

Andere Bezeichnung für Undichtigkeit. Wenn die Taschen einer Herzklappe nicht mehr vollständig schließen, wird die Klappe „undicht“, sodass Blut durch die Klappe zurückströmt.

Bei einer Herzklappenoperation wird die geschädigte Klappe mithilfe einer Herzklappenrekonstruktion wiederhergestellt oder – wie in den meisten Fällen – im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs durch eine künstliche Herzklappe ersetzt.

Andere Bezeichnung für künstliche Herzklappe, entweder mechanisch oder biologisch

Jede Herzklappe besteht aus zwei oder drei starken Gewebeschichten, die auch als Klappentaschen bezeichnet werden. Mit jedem Herzschlag öffnen und schließen sich diese etwa einmal pro Sekunde, über 350 Millionen Mal in einem Jahr.

Unter Herzkranzgefäßen (Koronararterien) ist ein Netz von feinen Blutgefäßen zu verstehen, die den Herzmuskel mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen.

Das Herz-Kreislauf-System sorgt dafür, dass jede Körperzelle mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt und Stoffwechselprodukte abtransportiert werden.

Medizintechnisches Gerät, das die Pumpfunktion des Herzens sowie die Lungenfunktion für einen begrenzten Zeitraum ersetzt

Bestimmte Form einer mechanischen Herzklappenprothese

Bildgebendes Verfahren, mit dem die Herzkranzgefäße (Koronararterien) mithilfe von Kontrastmitteln sichtbar werden.

Andere Bezeichnung für eine Erkrankung der Herzkranzgefäße

Herzklappenprothese, die aus extrem beständigen Materialien wie Metall oder Kunststoff besteht.

Chirurgische Techniken und Instrumente, die im Vergleich zur konventionellen Chirurgie nur eine minimale Öffnung des Körpers erfordern.

Die Mitralklappe ist eine der vier Herzklappen. Sie liegt zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer und verhindert den Rückfluss des Blutes, wenn sich das Herz zusammenzieht. Die Form der Klappe erinnert an eine Bischofsmütze (Mitra).

Wird auch als chirurgischer Herzklappenersatz bezeichnet. Bei den meisten Patienten wird die Herzklappe im Rahmen einer Operation am offenen Herzen ersetzt. Dieser operative Aortenklappenersatz (kurz: AKE) hat sich über Jahrzehnte bewährt, ist sicher und effektiv.

Medizinisches Instrument, mit dem Ärzte Körpergeräusche abhören. Bei einer Aortenklappenstenose liefert die Untersuchung mit dem Stethoskop eine erste Verdachtsdiagnose, wenn die für eine Herzklappenstörung typischen Klappengeräusche zu hören sind.

Minimalinvasives Verfahren für Hochrisikopatienten, bei dem eine erkrankte Aortenklappe mithilfe eines Katheters durch eine künstliche Klappe ersetzt wird. Dadurch muss der Brustkorb nicht mehr geöffnet, das Herz nicht mehr stillgelegt und dessen Funktion durch eine Herz-Lungen-Maschine ersetzt werden. Zurzeit ist TAVI nur für Hochrisikopatienten zugelassen.

Blutgefäße, die das Blut zum Herzen hinführen

Das Herz besteht aus vier Kammern. Die zwei oberen Kammern – der linke und der rechte Vorhof – nehmen das Blut auf, das von den Venen zurückkommt.

Andere Bezeichnung für Herzkammer